Rollenkarte mit fünf Funktionen und klaren Vertretungen für Fachredaktionen
Bild: Medienbeilage

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Welche Rollen braucht eine kleine Fachredaktion wirklich?

Rollen in der Fachredaktion: Aufgaben von Chefredaktion, Redakteur, Online-Redakteur, Layouter und Volontariat, dazu Beispielrechnung und Gehaltskorridore.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fünf Rollen decken den Betrieb abChefredaktion, Redakteur, Online-Redakteur, Layouter, Volontariat.
  • Jede Rolle braucht eine benannte Hauptverantwortung und eine benannte Vertretung.
  • Für Vollzeitstellen liegt der Planungskorridor bei etwa 3.000 bis 6.000 Euro brutto im Monat, je nach Erfahrung und Verantwortung.
  • Volontariat und Weiterbildung gehören in die Personalplanung, nicht nur in die Nachwuchsförderung.
  • Ohne schriftliche Zuständigkeit wird jede Ausgabe zum Einzelfall.

Fünf Rollen, die den Betrieb tragen

Kleine Fachredaktionen brauchen keine zehn Titel. Fünf Rollen genügen, wenn Aufgaben, Entscheidungen und Vertretungen klar sind. Die Benennung folgt der Tätigkeit, nicht dem Rang.

Fünf Rollen und ihre Entscheidungen

Rolle

Chefredaktion
Themenplan, Budget, Freigabe
Redakteur
Recherche, Text, Autoren
Online-Redakteur
Website, Newsletter, Metadaten
Layouter
Titelbild, Satz, Druckdaten
Volontariat
Zuarbeit, Recherche, Termine

Kernaufgaben

Chefredaktion
was erscheint
Redakteur
inhaltliches Ende
Online-Redakteur
Online-Zeitpunkt
Layouter
Bildauswahl, Umbruch
Volontariat
keine Freigabe

Typische Entscheidung

Chefredaktion
Redakteur
Online-Redakteur
Layouter
Volontariat

Die Chefredaktion trägt die inhaltliche Gesamtverantwortung und das Budget. Sie entscheidet, wenn zwei Ressorts um denselben Platz streiten. Der Redakteur verantwortet seinen Text bis zur Endabnahme.

Titel sind Verhandlungssache, Funktionen nicht. In kleinen Häusern tragen Redakteure oft zwei Rollen, etwa Text und Online. Entscheidend bleibt, welche Rolle im Zweifel entscheidet.

Die Online-Rolle ist bei Fachmedien keine Nebentätigkeit. Sie pflegt Newsletter, Rubriken und Metadaten und legt Veröffentlichungszeitpunkte fest. Wie sich digitale Medienmärkte bewegen, lässt sich über die Themenseite Märkte und Technologien des Bitkom einordnen.

Bild und Layout lassen sich auch als freie Leistung einkaufen. Dann bleibt die Bildauswahl in der Redaktion, während Satz und Druckdaten extern erledigt werden.

Das Volontariat entlastet bei Recherche und Terminen und führt schrittweise an eigene Beiträge heran. Für die Ausbildung ist das Nationale Onlineportal für berufliche Weiterbildung des BMAS eine praktische Fundstelle für Weiterbildungsangebote.

Freie Mitarbeiter und Honorarkräfte ergänzen das Team, ohne feste Personalkosten zu erzeugen. Sie brauchen trotzdem ein klares Briefing, eine Ansprechperson und einen festen Abgabetermin. Ohne diese drei Punkte kostet die Zusammenarbeit mehr Zeit, als sie spart.

Beispielrechnung: was eine Fünfer-Redaktion im Monat kostet

Die folgende Rechnung ist ein Beispiel und keine Marktstatistik. Sie zeigt die Größenordnung für eine Fachredaktion mit fünf Vollzeitstellen und 40 Stunden pro Woche.

Monatsgehälter der Fünfer-Redaktion

  • Chefredaktion5500
  • Redakteur4200
  • Redakteur4000
  • Online-Redakteur3900
  • Layouter3300

Bruttogehalt pro Monat (Beispiel)

  • Chefredaktion5.500
  • Redakteur4.200
  • Redakteur4.000
  • Online-Redakteur3.900
  • Layouter3.300

Die Summe beträgt 20.900 Euro brutto im Monat, im Jahr 250.800 Euro. Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung kommen hinzu und erhöhen den Aufwand spürbar. Wer tatsächliche Vergleichswerte braucht, findet sie in den durchschnittlichen Bruttoverdiensten nach Branchen und Berufen des Statistischen Bundesamtes.

Auf der Erlösseite steht dieser Aufwand nicht allein. Abonnements, Anzeigen und Sonderpublikationen müssen die Personalkosten tragen. Einen Vergleichsrahmen bieten die Statistiken zu Dienstleistungsunternehmen des Statistischen Bundesamtes.

Die Rechnung lässt sich nach unten anpassen. Geteilte Stellen senken den Betrag, aber auch die Verfügbarkeit an Abgabetagen.

Als Faustregel gilt: Ein Personalaufwand von rund 300.000 Euro im Jahr braucht ein entsprechendes Erlösvolumen. Eine Redaktion, die diese Rechnung nicht aufstellt, plant ihre Rollen auf Verdacht.

Welche Rolle zuerst besetzt wird

Bei knapper Kasse entscheidet die Reihenfolge über die Qualität der Ausgabe.

  • Die Chefredaktion wird zuletzt gekürzt. Dort laufen Themenplan, Budget und Freigabe zusammen.
  • Satz und Bildbearbeitung lassen sich zuerst auslagern, weil sie projektbezogen anfallen.
  • Die Online-Rolle wird zuerst unterschätzt. Wer sie nebenbei erledigt, verliert Newsletter und Reichweite.
  • Das Volontariat bindet über 12 bis 24 Monate und ist damit eine Investition, keine Lückenfüllung.
  • Freie Mitarbeit eignet sich für einzelne Rubriken, nicht für die Grundlast jeder Ausgabe.

Ein Risiko bleibt: Wer alle fünf Rollen auf zwei Personen verteilt, kann kurze Ausfälle abfedern, aber keinen längeren Ausfall. Für diesen Fall hilft eine Kooperation mit einer befreundeten Redaktion oder ein Dienstleister mit Rahmenvertrag.

Zuständigkeiten schriftlich festhalten

Eine Rollenkarte besteht aus fünf Zeilen und zwei Spalten: Hauptverantwortung und Vertretung. Sie hält fest, wer entscheidet und wer einspringt.

  1. Funktionen auflisten und je Funktion eine Hauptverantwortung benennen.
  2. Vertretung eintragen und vermerken, welche Entscheidungen bei der Hauptverantwortung bleiben.
  3. Die Karte vor jeder Ausgabe kurz prüfen und bei Personalwechseln aktualisieren.

Eine Lücke wird sichtbar, sobald zwei Ausfälle zusammenkommen. Gibt es für die Freigabe keine dritte Person, steht das in der Karte und nicht erst am Abgabetag.

Die Karte trennt Sachfragen von Personen. Wer im Urlaub ist, bleibt ein Planungsproblem. Wer welche Endabnahme trägt, ist eine Strukturfrage.

Häufige Fragen

Reichen fünf Rollen für eine Redaktion mit zwei Vollzeitstellen?

Fünf Rollen sind ein Aufgabenraster, keine Stellenobergrenze. Bei zwei Vollzeitstellen bündelt eine Person mehrere Rollen. Wichtig ist, dass jede Rolle eine Hauptverantwortung und eine Vertretung hat.

Muss die Chefredaktion jeden Text freigeben?

Nein. Sie gibt die Ausgabe frei und entscheidet bei Konflikten. Die inhaltliche Endabnahme eines Beitrags kann beim Ressortredakteur liegen, wenn das schriftlich geregelt ist.

Was ist günstiger: Volontariat oder freie Mitarbeit?

Das hängt von der Kontinuität ab. Ein Volontariat bindet über Monate, freie Mitarbeit kostet pro Beitrag. Für wiederkehrende Rubriken ist eine feste Rolle meist wirtschaftlicher.

Wie viele Rollen kann eine Person übernehmen?

Zwei Rollen sind üblich, drei dauerhaft selten. Wer drei Funktionen gleichzeitig trägt, hat für keine davon eine echte Vertretung. Spätestens dann braucht die Redaktion eine externe Lösung.

Wie oft sollte die Rollenkarte geprüft werden?

Ein fester Anlass vor jeder Ausgabe ist praktischer als ein starres Intervall. So fallen Änderungen bei Personal und Zuständigkeiten früh auf.

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