Verlagsbetrieb

Teil von Verlagsbetrieb planen: Prozesse, Kosten und Kennzahlen für kleine Verlage

Welche Software für Verlagsbetrieb ist wirklich nötig?

Software für Verlagsbetrieb: Welche Programme kleine Verlage wirklich brauchen, mit konkreten Produkten wie Lexware und Salesforce sowie Preisen in Euro pro Monat.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wirklich unverzichtbar sind zwei Bausteine: eine Buchhaltung und ein Redaktionssystem. Alles andere ist Ausbaustufe.
  • Buchhaltung kostet als Cloud-Abo rund 20 bis 60 Euro netto pro Monat, etwa Lexware Office, sevdesk oder DATEV.
  • Ein Redaktionssystem reicht von gehostetem WordPress für 10 bis 30 Euro netto pro Monat bis zu WoodWing für 50 bis 500 Euro netto pro Monat.
  • Die Aboverwaltung wie Klopotek wird erst ab mehreren hundert laufenden Abos nötig, ein CRM wie Salesforce erst ab etwa fünf Vertriebsmitarbeitern.
  • Realistischer Stack für fünf Mitarbeitende: 200 bis 400 Euro netto pro Monat.

Was Pflicht ist und was Kür

Kategorie Zwingend? Typische Produkte Richtwert netto pro Monat
Buchhaltung Ja, ab dem ersten Beleg Lexware Office, sevdesk, DATEV 20 bis 60 Euro
Redaktionssystem Ja, Stufe je nach Kanal WordPress, WoodWing 10 bis 500 Euro
Aboverwaltung Ab etwa 500 laufenden Abos Klopotek, Abo-Modul der Buchhaltung auf Anfrage
CRM Nein, erst ab etwa fünf Vertriebsmitarbeitern Salesforce, HubSpot ab 25 Euro je Nutzer

Die Tabelle ordnet jede Kategorie nach Notwendigkeit und Richtwert. Die Beträge sind Schätzwerte, weil die meisten Anbieter nur auf Anfrage kalkulieren.

Buchhaltung: der Baustein ohne Alternative

Ohne Buchhaltungssoftware geht es nicht, weil Umsatzsteuervoranmeldung und Jahresabschluss gesetzlich vorgeschrieben sind. Cloud-Angebote wie Lexware Office, sevdesk oder DATEV Unternehmen online erfassen Belege, berechnen die Umsatzsteuer und liefern Daten an die Steuerberatung. Der Aufwand liegt bei rund 20 bis 60 Euro netto pro Monat, abhängig von Buchungsvolumen und gebuchten Modulen.

Wer digital bucht, muss die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern einhalten. Die rechtlichen Anforderungen an digitale Buchführung bündelt der Bitkom in seinem Themenschwerpunkt Recht.

Redaktionssystem: klein anfangen, später erweitern

Ein Redaktionssystem braucht jeder Verlag, aber nicht jede Ausbaustufe. Wer Website und Newsletter bespielt, kommt mit gehostetem WordPress für 10 bis 30 Euro netto pro Monat aus. Wer Print, Web und App aus einer Datenbasis bedienen will, braucht ein Multichannel-System.

Der Anbieter WoodWing beschreibt Module und Ausspielkanäle in der Produktübersicht von WoodWing. Für fünf Redakteure sind 50 bis 500 Euro netto pro Monat üblich. Feste Listenpreise veröffentlichen die meisten Hersteller nicht, deshalb bleiben Angebote Pflicht. Wer nur druckt und selten aktualisiert, kann diese Stufe ein Jahr aufschieben.

Aboverwaltung und CRM: später nachrüsten

Die Aboverwaltung verbindet Leser, Laufzeiten, Rechnungen und Zustelllogik. Klopotek ist auf Verlagsgruppen mit hohen Abozahlen ausgelegt und wird individuell kalkuliert. Unter etwa 500 Abos genügt meist das Abo-Modul der Buchhaltung plus eine gepflegte Kundenliste.

Ein CRM lohnt sich, sobald mehrere Personen dieselben Kontakte pflegen. Salesforce startet in der Einstiegsvariante bei rund 25 Euro netto pro Nutzer und Monat, dazu kommen Einrichtung und laufende Pflege. Bei zwei Vertriebsmitarbeitern spart eine Tabelle Geld. Wer Cloud-Dienste nutzt, klärt vorher Datenstandort, Zugriffsrechte und Löschfristen; die Verbraucherzentrale bündelt dazu Hinweise zu Apps und Software.

Rechenbeispiel für fünf Mitarbeitende

Beispielrechnung, Nettobeträge pro Monat:

  • Buchhaltung: 40 Euro
  • Redaktionssystem: 200 Euro
  • Aboverwaltung: 100 Euro
  • CRM: 0 Euro, intern über eine Tabelle gelöst

Summe: 340 Euro netto pro Monat, also 4.080 Euro netto pro Jahr. Einrichtung, Schulung und Serverbetrieb kommen hinzu. Wer Aboverwaltung und CRM sofort bucht, zahlt leicht das Doppelte, ohne mehr Erlöse zu erzielen.

KI-Funktionen rechtzeitig einordnen

Immer mehr Redaktionssysteme liefern Textvorschläge, Übersetzungen oder Verschlagwortung. Solche Funktionen sind rechtlich nicht neutral. Der DIHK erklärt im Leitfaden KI im Klartext, welche Pflichten Unternehmen treffen. Fragen Sie den Anbieter vor der Buchung, wie er die EU-Verordnung über künstliche Intelligenz einhält.

In welcher Reihenfolge einführen

  1. Buchhaltung einführen, weil sie ab dem ersten Beleg Pflicht ist.
  2. Redaktionssystem in der kleinsten Stufe starten, die alle Kanäle bedient.
  3. Aboverwaltung erst bei wachsender Abozahl ergänzen.
  4. CRM erst buchen, wenn mehrere Personen Kundenkontakte pflegen.
  5. Nach zwölf Monaten prüfen, welche Lizenz täglich genutzt wird.

Häufige Fragen

Welche Software ist für einen kleinen Verlag absolut unverzichtbar?

Buchhaltung und ein Redaktionssystem. Aboverwaltung und CRM lassen sich später ergänzen.

Reicht WordPress als Redaktionssystem im Verlagsbetrieb?

Fuer Website und Newsletter ja. Sobald Print, Web und App aus einer Quelle bedient werden, stoßen Standard-CMS an Grenzen.

Was kostet WoodWing für fünf Redakteure?

Listenpreise nennt der Anbieter nicht. Kalkulieren Sie mit 50 bis 500 Euro netto pro Monat, je nach Modulen und Ausspielkanälen.

Brauche ich Klopotek als kleiner Verlag?

Nur bei hohen Abozahlen oder mehreren Marken. Darunter ist das Abo-Modul der Buchhaltung günstiger.

Wann lohnt sich Salesforce?

Ab etwa fünf Personen mit Kundenkontakt. Darunter kostet die Pflege mehr Zeit, als das System einspart.

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