Karte zur Abo-Erlösbasis kleiner Fachverlage mit Kennzahlen je Titel
Bild: Medienbeilage

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Teil von Abonnements im Fachverlag: Preise, Kündigungen und Erlösmodelle

Welche Abo-Erlösbasis zeigen die Marktzahlen für kleine Fachverlage?

Marktzahlen zur Abo-Erlösbasis kleiner Fachverlage: 258.300 Euro je Print-Titel, 44,7 Prozent Vertriebsanteil, Größenklassen aus dem Unternehmensregister.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Keine Marktstatistik gliedert die Abo-Erlösbasis nach Verlagsgröße: nicht die Deutsche Fachpresse, nicht der BDZV und nicht die IVW.
  • Belastbar ist nur die Einheit Titel: 1,40 Mrd. Euro Print-Vertriebserlöse durch 5.420 Print-Fachtitel ergeben rund 258.300 Euro je Titel und Jahr.
  • Drei eigene Titel entsprechen 774.900 Euro Marktbasis, 17 Titel rund 4,39 Mio. Euro.
  • Erlöse je Abonnent und Abonnentenzahlen veröffentlicht keine Erhebung.
  • Größenklassen der Verlagsunternehmen liefert das Statistische Unternehmensregister.

Die belastbare Basis: 258.300 Euro je Print-Titel

Die Fachpresse-Statistik der Deutschen Fachpresse weist für 2025 Print-Vertriebserlöse von 1,40 Mrd. Euro und 5.420 Print-Titel aus. Beide Werte sind Summen über alle Anbieter. Aus ihnen lässt sich ein Durchschnitt je Titel rechnen, kein Erlös eines einzelnen kleinen Verlags.

Kennzahl 2025 2024 Veränderung
Vertriebserlöse Print 1,40 Mrd. Euro 1,43 Mrd. Euro minus 2,1 %
Titelzahl Print 5.420 5.551 minus 2,4 %
Jahresauflage inklusive ePaper 531,1 Mio. Exemplare 539,9 Mio. Exemplare minus 1,6 %
Digitale Vertriebserlöse 2,48 Mrd. Euro 2,32 Mrd. Euro plus 6,8 %
Vertriebserlös je Titel rund 258.300 Euro rund 257.600 Euro plus 0,3 %
Vertriebserlös je Exemplar rund 2,64 Euro rund 2,65 Euro minus 0,5 %

Die ersten vier Zeilen sind Marktwerte, die letzten beiden sind Quotienten daraus. Der Anteil der Vertriebserlöse am Printumsatz stieg von 43,5 auf 44,7 Prozent.

Die digitalen Vertriebserlöse von 2,48 Mrd. Euro liegen über der Printbasis. 63 Prozent der Verlage im Teilnehmerkreis bieten digitale Fachzeitschriften an, ihr Umsatz wuchs um 8,8 Prozent; hochgerechnet ist der Teilnehmerkreis nicht.

Der Wert von 2,64 Euro je Exemplar ist kein Abo-Preis: Die Jahresauflage enthält Freistücke und Mehrfachbezüge.

Was die Marktzahlen für kleine Fachverlage nicht hergeben

Der BDZV erhebt Vertriebserlöse für Tageszeitungen, nicht für Fachzeitschriften. Die IVW meldet vierteljährlich verkaufte Auflagen je Titel, keine Erlöse und keine Größenklasse. Eine veröffentlichte Abo-Erlösbasis speziell für kleine Fachverlage existiert damit in keiner dieser drei Quellen.

Zwei amtliche Bausteine grenzen die Größe ein. Das Statistische Unternehmensregister weist Verlagsunternehmen nach Wirtschaftszweig und Beschäftigtengrößenklasse aus, darunter WZ 58.14 für das Verlegen von Zeitschriften. Die Statistik der Dienstleistungen führt Umsatz und Kosten je Unternehmen, getrennt nach Wirtschaftszweig. Einen Aboerlös je Titel oder Abonnent liefert keine von beiden.

Die abgeleitete Abo-Erlösbasis kleiner Fachverlage

Klein heißt nach der EU-Empfehlung 2003/361/EG: weniger als 50 Beschäftigte und höchstens 10 Mio. Euro Jahresumsatz. Bei einem Vertriebsanteil von 44,7 Prozent am Printumsatz entsprechen 10 Mio. Euro Umsatz rund 4,47 Mio. Euro Vertriebserlös. Das ist eine Obergrenze, keine Messung; die Untergrenze setzt die eigene Titelzahl.

Print-Titel Abo-Erlösbasis je Jahr
1 258.300 Euro
3 774.900 Euro
5 1.291.500 Euro
8 2.066.400 Euro
17 4.391.100 Euro

Wer fünf Titel führt, liegt mit rund 1,29 Mio. Euro im Band. 17 Titel entsprechen etwa der KMU-Obergrenze.

Rechenbeispiel: kleiner Verlag mit drei Titeln

Das Beispiel ist hypothetisch. Drei Titel mit 3.600 Abonnements und 540.000 Euro Netto-Aboerlös ergeben 150 Euro je Abonnement und Jahr. Die Marktbasis für drei Titel liegt bei 774.900 Euro, also 234.900 Euro höher. Für den eigenen Vergleich genügen drei Schritte:

  1. Netto-Aboerlöse des Geschäftsjahres je Titel erfassen, ohne Umsatzsteuer und ohne Anzeigenerlöse.
  2. Bezahlte Abonnements zählen und Mehrjahresverträge anteilig auf das Geschäftsjahr rechnen.
  3. Aboerlös durch Abozahl teilen und das Ergebnis neben die Marktbasis je Titel stellen.

Preisentwicklung und Netto-Werte

Der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes führt Zeitungen und Zeitschriften als eigene Position, Basisjahr 2020 gleich 100. Ein nominal konstanter Abopreis sinkt real, sobald der Index steigt: Bleibt ein Listenpreis zwei Jahre unverändert und legt der Index um 4 Prozent zu, sinkt der reale Erlös je Abonnement um rund 4 Prozent.

Für Printabonnements gilt der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent. Die Erlösgrößen der Marktzahlen sind Nettowerte ohne Umsatzsteuer.

Häufige Fragen

Gibt es Marktzahlen speziell für kleine Fachverlage?

Nein. Weder die Fachpresse-Statistik der Deutschen Fachpresse noch BDZV oder IVW gliedern Erlöse nach Verlagsgröße. Rechenbar ist eine Bandbreite von 258.300 Euro je Titel bis zur KMU-Schwelle von rund 4,47 Mio. Euro Vertriebserlös.

Wie hoch ist die Abo-Erlösbasis je Print-Titel im Marktdurchschnitt?

Rund 258.300 Euro Vertriebserlös je Titel und Jahr, gerechnet aus 1,40 Mrd. Euro und 5.420 Titeln. 2024 waren es rund 257.600 Euro.

Warum gibt es keinen Erlös je Abonnent?

Weil keine Erhebung Abonnentenzahlen für Fachzeitschriften veröffentlicht. Die IVW meldet verkaufte Auflagen je Titel, keine Erlöse.

Wie viele Print-Fachtitel gibt es noch?

2025 waren es 5.420 Titel, 131 weniger als 2024, ein Minus von 2,4 Prozent. Die Jahresauflage sank um 1,6 Prozent auf 531,1 Mio. Exemplare.

Was bedeutet das für die eigene Preisgestaltung?

Der Verbraucherpreisindex ordnet Abopreise in die allgemeine Preisentwicklung ein. Ein nominell unveränderter Preis ist real ein sinkender Preis.

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